Weißdorn – Für’s Herz

Jetzt – Anfang Juni – fällt mir der Weißdorn besonders auf. Die üppige Blüte der Sträucher an Wegrändern und das Summen der zahlreichen Bienen erfreuen mich jedesmal aufs Neue.

Weißdorn liebt sonnige Standorte an Waldrändern. Wenn er den richtigen Boden hat, kann der Weißdorn sehr alt werden.
Der Strauch oder Baum kann einige Meter hoch werden, die Äste verzweigen sich weit, die Rinde ist silbern und glatt.
Die Zweige haben Dornen, der Strauch duftet aromatisch und von weitem kann man blühenden Weißdorn bereits riechen.

Es gibt verschiedene Arten von Weißdorn, die sich gerne kreuzen.

Die Blätter glänzen, sind eiförmig und haben mehrere Ausbuchtungen. Sie sind meist gesägt.
Im Mai/Juni ist der Strauch übersät mit weißen kleinen Blüten. Manchmal sind die Blüten auch etwas rosa.

Die Blüten kann man unter den Salat mischen und mitessen.  Im Spätsommer werden aus den zahlreichen Blüten kleine rote Früchte, sie schmecken etwas säuerlich.

 

Wenn man an geschützten Orten (kein Dünger) Weißdorn gefunden hat, kann man mehrmals im Jahr sammeln: die Blätter, die Blüten und die Früchte.

Die Blüten und Blätter sammelt man ab Mitte Mai, die reifen roten Beeren ab Mitte August bis September. Die Blätter enthalten am meisten Inhaltsstoffe, dicht gefolgt von den Blüten.

Die Wirkstoffe des Weißdorns verflüchtigen sich schnell. Deshalb soll man jedes Jahr neu sammeln gehen, sanft trocknen und rasch aufbrauchen bzw. in einer Tinktur konservieren.

Weißdorn ist ein Herzmittel.
Er stärkt das Herz und hat keine Nebenwirkungen.

Nicht nur ein „altes“ Herz kann damit gestärkt werden. Auch Menschen mit Bluthochdruck/ -niederdruck oder einem „unruhigen“ Herz tut Weißdorn sehr gut.
Er kann die Blutgefäße erweitern und so die Durchblutung verbessern, weiters wirkt er beruhigend.

Bei der Anwendung von Weißdorn darf man nicht ungeduldig sein, die Wirkung ist sehr sanft und braucht längere Anwendung. Daher kann man ihn auch langfristig anwenden.

Auch die Wissenschaft hat die Wirkung von Weißdorn für das Herz bestätigt.

Weißdorn ist auch bei Angst, Anspannung alten Enttäuschungen und Schmerz hilfreich.

Angenehme „Nebenwirkungen“ des Weißdorns sind die beruhigende Wirkung bei Nervosität, Schlafstörungen oder Reizbarkeit.

Weißdorn wird in Form von Tee, einer Tinktur oder auch in Tablettenform sowie als Pflanzensaft auch in Apotheken angeboten.

Für den Tee kann man selber Blüten sammeln und sie mit heißem Wasser übergießen.
Wer Früchte für den Tee verwenden will, sollte sie vorher etwas anstoßen, damit die Wirkstoffe freigesetzt werden.

Für die Tinktur sammelt man Früchte und gibt auch einige getrocknete Blüten in ein Schraubglas, übergießt es mit Alkohol und lässt es gut 4 Wochen stehen. Abseihen und mehrmals am Tag einnehmen.
Die Tinktur wirkt Kreislauf anregend.

Weißdorn war bei vielen alten Kulturen ein wichtiges Heilkraut.
So wurde er zB als Unterstützung zur Abwehr gegen das Böse gepflanzt. Sein Dickicht und die Dornen sollen auch Geister abgewehrt haben.
Die Römer trugen Schmuck aus Weißdorn, um so vor dem Bösen geschützt zu sein.

Auch zum Räuchern kann man Weißdorn verwenden, er schützt Mensch und Tier.

Im Norden Europas sah ich einige sehr große Weißdornsträucher, in denen viele bunte Bänder geknüpft waren. Meine Recherchen ergaben, dass dort Menschen den Feen und Baumgeistern ein besonders schönes Zuhause bereiten wollen und so auf Unterstützung und Hilfe bitten!

 

 

 

Rezept Herzwein mit Weißdorn:

2 kleine Hände voll Weißdornblätter- und -blüten, nach Verfügbarkeit auch Früchte – und 2 kleine Hände Zitronenmelisse sowie ein paar Ästchen Ysop in ein großes Glas geben, mit gutem Rotwein aufgießen und einige Wochen an einem sonnigen Platz stellen.
Dann abseihen und in kleinen Dosen zur Beruhigung und Stärkung des Herzens genießen. Dieser Wein ist auch ein fabelhaftes Mittel gegen Schlaflosigkeit.

 

 

 

 

Ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, dass allfällige in diesen Artikeln angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und deren Zubereitungen nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen sind. Sie ersetzen daher keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.