Spitzwegerich – der König am Weg

 

Der Name leitet sich von der germanischen Silbe „–rich“ ab, was übersetzt „König“ bedeutet – Spitzwegerich, der „König der Wegränder“.

Der Spitzwegerich wächst unauffällig an Wegrändern und auf Wiesen. Man erkennt ihn schon zeitig im Frühjahr an seinen langen schmalen Blättern, die wie Lanzen aus dem Boden schießen. Der Spitzwegerich hat, wie viele andere Heilpflanzen, ein breites Spektrum von Heilwirkungen.
Seine Haupteinsatzgebiete sind jedoch die Atemwege und die Haut.

Wenn man sich in der freien Natur verletzt, und hat weder Pflaster noch Desinfektionsmittel dabei, hilft es, ein paar Spitzwegerichblätter zu zerkauen und auf die Wunde zu legen. 

Gegen Husten, Asthma und andere Erkrankungen der Atmungsorgane kann man Spitzwegerich-Tee trinken. Die Spitzwegerich-Blätter lösen den Schleim, wirken gegen Krankheitserreger und lindern Entzündungen. Auch selbstgemachter Spitzwegerich-Sirup mindert den Hustenreiz.

Der Spitzwegerich ist eine sehr alte Heilpflanze, um die sich viele Mythen ranken.
Schon die Germanen nutzten ihn und erste Aufzeichnungen gab es bereits in der Antike. So wurden bei Fiebererkrankungen in Wasser und Wein gekochte Spitzwegerichwurzeln empfohlen.
Hildegard von Bingen setzte ihn zur äußerlichen und innerlichen Anwendung ein. Als Saft gegen Gicht und das Wurzelpulver gegen Gift.
Im 2. Weltkrieg wurden die Wunden der Verletzten mit Spitzwegerich als „Antibiotikum“ versorgt.
Auch heute sollen die Blätter bei langen Fußmärschen das Wundlaufen verhindern, was ihm im Volksmund den Namen „Wundwegerich“ einbrachte.

Selbstgemachte „Wegerich-Salbe“ ist sehr einfach herzustellen und wirklich hilfreich bei Mückenstichen, Brennnessel-Verbrennungen, Hautrötungen und allgemeines Jucken. 

Im Frühling mit den jungen Spitzwegerich-Blättern einen Vorrat an Salbe anzulegen, ist empfehlenswert. 

Nicht nur aufgrund seiner heilsamen Wirkung ist der Spitzwegerich beliebt, sondern auch als Nahrungsmittel. Die gesamte Pflanze ist essbar. Die jungen Blätter schmecken besonders als Rohkost im Salat oder in Aufstrichen. Die Knospen haben ein leicht nussiges Aroma.

 

Ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, dass allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und deren Zubereitungen nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen sind. Sie ersetzen daher keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.