Schlüsselblume – Himmelsschlüssel

Schlüsselblume, Pucher Au

Die Schlüsselblume ist für viele der Inbegriff des Frühlings. Jetzt, wo die Tage länger und wärmer werden, freuen wir uns bei einem Spaziergang über die kräftig hellgelb blühende Blume.

Sie wächst bevorzugt auf Wiesen und an Waldrändern.
Die kleinen gelben Blüten blühen ab Mitte März und je nach Lage bis Mitte/Ende Mai. Die Blüten duften herrlich nach Honig und erfreuen unser Herz.

Es gibt noch immer den Brauch, dass die Schlüsselblume die erste Heilpflanze is, die man nach dem Winter essen oder trinken soll. Denn nur dann könne man auch die Heilkräfte der anderen Pflanzen in sich aufnehmen, die im Laufe des Jahres noch wachsen.

Die Blätter der Pflanze haben ungefähr die gleichen Wirkungsweise wie die Wurzeln, allerdings sind sie in der Wirkung nicht ganz so stark.

Die Blätter – als auch die Blüten – der Heilpflanze haben eine schleimlösende Wirkung, sie wirken schweißtreibend, sie sind schmerzstillend und harntreibend.

Die Schlüsselblume ist auch ein typisches „Husten-Heilkraut“.
Sie wirkt innerlich – als Tee vor allem gegen Katarrhe der Atemwege, der Schleim wird gelöst und Entzündungen heilen ab.
Deshalb hilft die Schlüsselblume nicht nur gegen Husten und Halsentzündungen, sondern auch bei Entzündungen der Mundschleimhaut.

Die Schlüsselblume ist bekannt als Mittel gegen Krämpfe, Lähmungen und auch bei rheumatischen Schmerzen und bei Gicht, da sie entwässernd wirkt.

Die Schlüsselblume wird aber auch bei Nervosität verwendet. Sie beruhigt die Nerven – man wird ruhiger, kann besser einschlafen, auch „Druck“-Kopfschmerzen können gelindert werden.
Eine Tinktur aus den Blüten, den Blättern und den Wurzeln setzt man gegen Rheumabeschwerden und bei Migräne ein.
Ein schwaches Herz wird durch Schlüsselblumentee gestärkt. Behandlungen bei Herzmuskelentzündungen werden unterstützt.

Hildegard von Bingen, bezeichnet die Schlüsselblume als Himmelsschlüssel. Dieser Himmelsschlüssel sollte den Himmel aufschließen.
Die äußerliche Anwendung der Schlüsselblume kann wärmen und gegen Melancholie helfen.

In der Signaturenlehre wurde die gelbe Schlüsselblume gegen Erkrankungen von Leber und Galle verwendet.

Auch William Shakespeare schrieb in einigen seiner Werken über die Schlüsselblume – ein Hinweis, wie sehr die Briten diese Pflanze verehren. So heißt es in England, dass Feen die Blüten lieben und dass sie sich in der Nähe der Schlüsselblume aufhalten.

In Schriften eines englischen Pflanzenkundigen des 17. Jahrhunderts steht zu lesen, dass eine Salbe aus der Schlüsselblume oder ein destilliertes Wasser aus der Pflanze jede Frau hübscher werden lässt.

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Ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, dass allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und deren Zubereitungen nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen sind. Sie ersetzen daher keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.