Ein Männlein steht im Walde – Hetschebetsche oder die Hagebutte

Hagebutte, EigenfotoJetzt ist die optimale Zeit, um Hagebutten zu ernten und verarbeiten.
Der erste Frost hat sie leicht angefroren und die Schale trennt sich wesentlich leichter von den (juckenden) Nüssen. Außerdem haben die Schalen mehr Fruchtzucker.

Die Hagebutte ist eine Sammelfrucht, die viele kleine Nüsse enthält.
Die Nüsschen der Hagebutte sind mit feinen, widerhakenden Härchen bedeckt, die bei Hautkontakt Juckreiz hervorrufen.
Die Kerne beim Verarbeiten der Frucht aber nicht wegwerfen! Aus ihnen kann man ein sehr wertvolles Hautöl herstellen (siehe weiter unten).

Die Pflanze, deren Frucht die Hagebutte ist, nennt man Heckenrose. Sie ist ein schnellwüchsiger Strauch.

Die Hagebutte, wächst in Europa und Asien in Hecken und Gebüschen.  Man verwendet diese Wildrose immer noch gerne als Heckenpflanze, da sie sehr dicht wächst und durch die Dornen unliebsame Besucher abhält. So war es auch früher, als man dachte, dass die Heckenrose Hexen und andere unliebsame Geister abhalten sollte.

Im Sommer blühen die  weißen oder zartrosa Blüten, die dann im Herbst zur leuchtend roten Hagebutte heranwachsen.

Die Hagebutte sollte aufgrund ihres hohen Vitamin C-Gehaltes einen hohen Stellenwert bei uns haben.
Marmelade, Tee, Mus oder auch Wein kann zubereitet werden.

Die Hetschebetsche, wie sie umgangssprachlich bei uns genannt wird, hat ein breites Anwendungsspektrum. Sie wirkt entzündungshemmend,  leicht harntreibend und vorbeugend bei Erkältungen.
Es empfiehlt sich, in der typischen Erkältungszeit, Hagebuttentee zu trinken, weil die Hagebute auch das Immunsystem stärken kann.

Das Mus eignet sich besonders wegen seiner austreibenden Wirkung und wird bei Gicht und Rheuma verwendet.

 

Die Hagebutte war bei den alten Germanen der Göttin Freya geweiht, die gebärenden Frauen Schutz geben sollte.
Die Hagebutte im Garten gepflanzt, soll auch vor ungebetenen Gästen schützen und Unheil fern halten.

Die Blütenblätter sind das Symbol für Schutz, Heilung, Harmonie und Glück. Der ganze Rosenstrauch symbolisiert Zuneigung, Fruchtbarkeit und Liebe.

Zubereitung Hagebuttenwein:
Hagebutten anquetschen, in Rotwein erwärmen, dann zwei Wochen lang ziehen lassen und gut abseihen. Dieser Wein wirkt harntreibend und unterstützt die Nieren und Blase.

Hagebuttenöl für die Haut:
Hagebuttenöl ist ein duftendes Öl, es wird aus den Kernen und einem Basisöl hergestellt.
Das Öl einige Wochen stehen lassen, anschließend abseihen (Achtung: gut abseihen, da Rückstände ev. Juckreiz auslösen können!!!)

Es wirkt kräftigend, anregend und zugleich entspannend.

Das leicht tönende Öl kann auf trockene Hautstellen gerieben und auch zur Behandlung von Hautjuckreiz verwendet werden.
Das Öl der Hagebutte hat einen stärkenden Effekt auf das Bindegewebe. So ist es unter anderem auch bei Schwangerschaftsstreifen hilfreich.

Hagebutte, Eigenfoto

 

Ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, dass allfällige in diesem Artikel angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und deren Zubereitungen nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen sind. Sie ersetzen daher keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.