Die großblütige Königskerze 

Königskerze_Eigenfoto (c) Seidl

 

Wer eine Königskerze im Garten hat, weiß, dass sie wirklich eine Königin ist, so aufrecht und kerzengerade, wie sie da steht.
Ihren Platz sucht sie sich selbst. Wo es ihr nicht gefällt, da wächst sie auch nicht.

Sie kann bis zu 2 m hoch werden. Die leuchtend gelben Blüten ziehen die Blicke auf sich.

Königskerze_Eigenfoto (c) Seidl

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Königskerze kommt fast in ganz Europa vor. Sie bevorzugt sonnige trockene Standorte.

 

Sie ist zweijährig. Im ersten Jahr zeigt sich eine Blattrosette mit grünen filzigen Blättern. Erst im zweiten Jahr bildet sich der Stängel aus. Direkt am Stängel bilden sich die gelben Blüten. Sie blühen meist von Juli bis September.
Sammeln sollte man die voll aufgeblühten leuchtend gelben Blüten an sonnigen Tagen um die Mittagszeit. Wenn man die Blüten rasch trocknet, behalten sie die schöne leuchtende Farbe.

Nach der Blüte stirbt die Pflanze ab. Die Samen der blühenden Pflanze treiben im kommenden Jahr aber wieder neu aus.

Die Griechen tauchten den Stängel in Öl oder Pech und verwendeten sie als Fackel.

Bei uns wird die Königskerze unter anderem als Hustenmittel verwendet. Oft ist sie auch Bestandteil von Teemischungen gegen Husten.
Diesen Tee immer gut abseihen, da die kleinen Härchen weniger angenehm sind, mitunter auch reizend wirken können.

In der Naturheilkunde werden innerlich meist die Blüten genutzt.
Königskerzenblätter können äußerlich die Wundheilung unterstützen.

Ihre Bitterstoffe unterstützen die Leber und die Galle.

Hildegard von Bingen empfahl sie als Heilmittel gegen Depressionen und einem traurigen Herz.

Bei starkem Husten ist es auch empfehlenswert die Brust mit einem Königskerzenblüten-Öl einzureiben. Auch bei Ohrenschmerzen ist das Mazerat hilfreich. Weiters wird der Ölauszug auch bei schmerzenden Gelenken (Arthritis) empfohlen. Aus dem Ölauszug kann man wunderbare Salben bzw. Cremen herstellen.

Die enthaltenen Inhaltsstoffe der Blüte wirken entzündungswidrig, auswurffördernd und krampflösend. Außerdem wirken sie hautreinigend (Salbe) und beruhigend bei Magenschmerzen und bei Nervosität.

Ein Ölauszug mit Königskerzenblüten kann nicht nur Juckreiz und Narbenbildung lindern, sondern auch bei leichten Verbrennungen die Haut bei ihrer Heilung unterstützen. Ebenso hilft das Öl bei Nervenschmerzen, wenn es als Massageöl angewendet wird.

Königskerze-Tinktur_Eigenfoto (c) SeidlFrüher glaubte man, Königskerzen würden bösen Zauber fernhalten.
Oft pflanzte man sie ans Haus, damit sie vor Unwetter und Blitzschlag schützen mögen. Daher stammen auch ihre alten Namen – Wetterkraut oder Donnerkerze.

Die Königskerze bildet die Mitte des Kräuterbüschels für die Kräuterweihe zu Maria Himmelfahrt. Sie ist eine Marien-Heilpflanze bzw. wird sie den weiblichen Gottheiten zugeordnet.

Man sollte aber niemals aus Jux oder ohne Grund eine Königskerze abschneiden. In alten Schriften steht zu lesen, dass dies Unglück bringe.

Früher wurde von der Blüte der Königskerze abgeleitet, wann der Winter kommt: Ist der Stängel tief unten mit Blüten besetzt, kommt der Winter früh, sind die Blütenansätze aber hoch, kommt der Winter spät.

 

Die Anwendung der Königskerze kann das Selbstbewusstsein stärken und wir können lernen auf die innere Stimme zu hören. Königskerzenblüten geräuchert, bringen einen angenehmen warmen Duft und erhellen das Gemüt.

Herstellung der Tinktur: zB gegen Husten oder einem traurigen Herz
Mit Achtsamkeit die Königskerzen-Blüten pflücken und in ein Schraubglas füllen, mit Alkohol übergießen und 4-6 Wochen stehen lassen. Ab und zu gut schütteln.
Bei Bedarf kann man die Tinktur mit etwas Zucker einnehmen.

Herstellung Mazerat mit Königskerzenblüten:
Frische Blüten in ein Schraubglas füllen und mit hochwertigem Öl übergießen, alle Blüten sollen bedeckt sind. An einem hellen Ort mind. 4 Wochen ziehen lassen und anschließend gut abseihen, dann dunkel lagern. (Achtung: Nicht in der Sonne ziehen lassen, das Öl könnte ranzig werden.)

Königskerze-Tinktur_Eigenfoto (c) Seidl

 

Ich mache ausdrücklich darauf aufmerksam, dass allfällige in diesen Artikeln angeführte mögliche Heilwirkungen von Pflanzen und deren Zubereitungen nicht als ärztliche Handlungsempfehlungen zu verstehen sind. Sie ersetzen daher keinesfalls die fachliche Beratung durch einen Arzt oder Apotheker.